Freitag, 21. Juli 2017

lustifcbontour #25 Cachen in einem unfassbaren Ausmaß



Endlich geht es wieder los….
Nach langer Pause gibt es mal wieder einen neuen Beitrag. Ich brauchte einfach mal eine Pause vom Schreiben und habe mich anderen Dingen zugewandt. Nun bin ich aber wieder da, und wie...

Ich cache schon einige Jahre und ich habe schon viele gigantische Erfahrungen gesammelt. Ich habe tolle Plätze entdeckt, ziemlich umfangreiche Bastelarbeiten bestaunt und viele tolle Menschen kennengelernt. Was sollte mich also schocken?

Habt ihr schon einmal was von Echtzeitcaches gehört? Habt ihr auch einen gemacht? Ich hatte vor Jahren mal das Listing zu „24“ in Frankfurt auf. Frankfurt ist für mich aber ziemlich weit weg. Also verschwand dieser Cache aus meinen Gedanken. 

Anfang dieses Jahres machte es aber „Pling“ auf meinem Handy. Ihr kennt das. Es ist eines dieser „Plings“, die du niemals vergessen wirst. Und so begann eine ziemlich außergewöhnliche Geschichte….

„Check mal GC68CEC, der hört sich ganz nett an“ Ich öffnete diesen GC Code. Was dies im Nachhinein für mich bedeuten sollte, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. 

Es ging um eine der größten Katastrophen die Hamburg heimsuchen sollte…. Donald Tru…., nee Quatsch. Der ist zwar auch eine Katastrophe, aber um den ging es ausnahmsweise mal nicht. Ein ging um einen heranrauschende Sturmflut. Ein Sturmflut, die größere Ausmaße als 1962 annehmen sollte. Es waren Experten der Deichsicherung gefragt. Also genau das richtige für uns! Ich kenne mich mit Deichverteidigung genauso gut aus, wie mit dem Paarungsverhalten von Schokoladenfruchtzwergen*.

*Diese Tierart gibt es wirklich. Es handelt sich um eine Fledermausart. Krass das ich mir so einen Mist merken kann. (Anmerkung Co-Autor: By the way, wusstet ihr, dass Blobfische nur so hässlich sind, weil der Druck im seichten Wasser ein anderer ist, als wenn man 2800m tief tauchen würde? Jetzt wisst ihrs!)

Am nächsten Tag wurde loggerimjogger mit der Aufgabe vertraut gemacht. Binnen 15 Minuten waren erste Ideen zusammengetragen und es lief wie so manch anderer Mystery den wir bis zu diesem Zeitpunkt gelöst hatten. Nach kurzer Zeit konnte ich in unserer WhatsApp Gruppe den ersten Erfolg verkünden. Freunde wir sind gut dabei. Der Kalender ist in erreichbare Nähe gerückt. Terminvorschläge bitte!!!

Dieser Punkt wird in der Geschichte des Geocachens als die Geburtsstunde der Spezialeinheit "Pegelstürmer Ahnungslos" eingehen.

Schnell kamen 3 Termine raus. Es wurde kurzerhand abgestimmt und schon stand ein Kernteam von 4 Leuten parat. Super! Irgendwann später trudelten dann die ersten Logeinträge ein und wir lasen Worte wie:

„In einer tollen Teamleistung mit 20 Leuten gelöst.“ Oder „Das Innenteam bestand aus jeder Menge Spezialisten“

Die Zahl vier entpuppte sich als ein Himmelfahrtskommando dieser Cache braucht mehr, mehr Männer!*

*Ich fand, der Satz musste so enden. Natürlich hatten wir auch weibliche Verstärkung nötig, aber ich fand den Satz einfach geiler mit MÄNNER.- der Autor

Schnell wurde im Bekanntenkreis und unter befreundeten Cachern gefragt und schwupps…... 9 Leute. Mit 9 Leuten war sicherlich auch kein Erfolg in Sicht. Wir wollten uns nicht unterkriegen lassen und beschlossen weiter zu suchen. Meine Buddys Cache-u-can, loggerimjogger und ich fragten Gott und die Welt ob sie mit zum Einsatzkommando dazu gehören möchten. Die meisten sagten zu, ohne zu wissen, was eigentlich Phase war. Uns war klar, dass dies in die Hose gehen könnte. Wir wechselten erstmal den Messenger um zu sehen, wer es wirklich ernst meinte. Die Gruppe wuchs und wuchs. Jetzt waren wir bereit. 

 FEHLANZEIGE!!!

Wir waren alles andere als bereit. Ein Vorhaben in dieser Dimension erfordert nicht nur eine schlagfähige (der Co-Autor meint, dass an dieser Stelle "schlagfertig" gemeint ist, kennt jedoch lustifcb und lässt es deshalb so stehen) Truppe, sondern auch diverse feine Absprachen. Da sprechen zu meinem Job gehört, wurde ich in die Rolle quasi, per einstimmigen Beschluss ohne das Fragen der betreffenden Person gewählt. Kurz ließen mich alle zappeln, dann hatte cache-u-can doch ein erbarmen. 

2 Organisatoren, 16 Cacher und zwei Muggel.- Das Team stand! GC68CEC-Die Flut konnte kommen. Erstmal kam dann aber die Sonne, als sich das Team das erste Mal traf um die Einsatzvorbesprechung durch zu führen. Selten war ein Treffen von Cachern so geprägt von Wasserständen, Sandsäcken, Seekarten und Katastrophendiensten. Schnell wurde vereinbart, dass die Hamburger Brauereien auf jeden Fall keinen Schaden erleiden durften.

Wir planten ziemlich professionell Dinge, die wahrscheinlich niemals eintreten werden aber dafür wissen wir jetzt dass man die Elbphilharmonie mit 364,27 Mio. Gummi Enten auch nicht retten könnte.
 
Nun waren es nur noch wenige Tage….Die Wetterprognose sagte die schwersten Stürme seit über 50 Jahren voraus. Das Tief Gudrun würde wohl voll auf die Küste treffen und auch die Hansestadt nicht verschonen. Die Radiostationen Hamburgs nahmen das nicht ernst und berichteten lieber über den anstehenden Schlagermove (Gerüchten zufolge sind bei dieser Veranstaltung mehr Menschen ärtzlich versorgt worden als bei den Demonstrationen am G20 Wochenende). Wir beschlossen kurzfristig, einer aus unserem Team musste das Wetter im Blick behalten. BoF-GB erklärte sich bereit diese Schicht zu übernehmen. Dieser Mann wachte die ganze Nacht und hatte alles im Blick. Seine Aufgabe war es, abzuwägen, ob Hilfe frühzeitig angefordert werden musste. Es muss zwischen 5 und 6 Uhr morgens gewesen sein, als ein ohrenbetäubendes Geräusch durch meine Ohren hallte. Es war die Sirene die den Katastrophenalarm auslösen sollte*

*Es war der Wecker, dessen Klingenton extra für diesen Tag umgestellt wurde. Manchmal lieb ich dich und manchmal weniger- Anmerkung des Lektorats

Ich rannte ins Bad. Alle Sachen wurden am Vorabend zurechtgelegt und mehrfach kontrolliert. Die Ausrüstung war komplett. 20 Minuten später saß ich im Auto zusammen mit Peanuts4, und Rinnsteinkatze. Hinter uns das zweite Einsatzmobil mit Paule und larsheike. Mit Sonderrechten kämpften wir uns in die Kommandozentrale in der Nähe des Airports durch. Vor Ort wurden dann die technischen Werkzeuge angeschlossen und das Protokoll geöffnet. Unsere Spezialeinheiten machten sich auf den Weg.
„Passt auf euch auf!“ das waren unsere letzten Worte…*
 
*Jetzt macht mal nen Punkt, ihr geht cachen!!!- Die Stimme aus dem Off

Die Einsatzzentrale wurde erstmal zum Brötchenbuffet umgebaut und nach 20 Minuten ging es dann los.
Mittagspause: Durchatmen!!! Mehr als 4 Stunden waren wir hochkonzentriert. Von jubeln bis weinen, von fluchen und frohlocken. Von Scheiß und Schweiß war alles dabei. Zwischenzeitlich wurden wir an den Rand unsere Leistungsfähigkeit gebracht, aber…………………..es gab bis jetzt noch keine Verletzten im Innenteam. Außen? Naja, beurteilen kann ich es nicht aber die Kommunikation ohne Smilies über einen Messenger spricht Bände.
 


Dann ging es wieder los. SERVER NOT FOUND! AAAAHAHAHAHAHAHAHAHHHHHHHHH!!!!!!
Der Nachmittag war sehr entspannt. Wir scherzten und lachten, schickten uns gegenseitig Bildchen und erfreuten uns der guten Stimmung bei allen im Team*

*Dieser Satz enthält wohlmöglich, an einigen Stellen, Übertreibungen.- der Autor
Co-Autor: das versteht lustifcb unter guter Stimmung!

18:00 Uhr: Über 100km mit Bussen, Bahnen, zu Fuß und auf dem Zahnfleisch lagen hinter uns. Mehr als 10 Stunden höchste Konzentration bei allen Beteiligten im Innenteam und im Außenteam wurde dann belohnt. Es war die schönste Meldung des Tages. Hamburg ist sicher!

Nun strömten wir alle zum Final. Nicht immer direkt, aber wir kamen schlussendlich alle an. Grenzenloser Jubel brach aus. Ich weiß nicht wie viele Beschimpfungen und Umarmungen ich gleichzeitig erhielt. Menschen, die sich erst seit ein paar Wochen kennen, lagen sich jubelnd in den Armen. Einige schauten sich nur an und wussten ohne viele Worte, GEILER SCHEIß. Für Momente waren wir die größten Cacher aller Zeiten….auf zum loggen. Der Code war falsch!!! So schnell wird man vom Schicksal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht.
Nach kurzer Suche wurde der richtige Code dann gefunden und mit einer Laolawelle öffnete sich die Dose.
Noch eine ganze Stunde verweilte das Team dann noch vor Ort. Wir quatschten und tratschten noch über das Erlebte.

22:00 Uhr: Mir tut alles weh!!!
22:03 Uhr: Meine Füße schlafen draußen!
Nächster Tag, zu früh am Morgen:
„lusti, es war Tchibo. Ich hab’s gesehen.“
„Wirklich?“
The Day After tomorrow: Mein Laptop startete mit den Worten…..“Mach das nie wieder mit mir", zeigte einen digitalen Mittelfinger und fuhr sich wieder runter.

Es war ein historischer Tag. Alle haben Alles gegeben. Das war mit Sicherheit das größte Cacheabenteuer dass ich je erleben durfte. Ich kann nur jedem empfehlen diesen Cache unbedingt zu machen.


Special Thanks:

Cache-u-can und christiane-u-can:
Ihr zwei ward Spitze! Wir haben in diesen 10 Stunden die Hölle gesehen und sind gemeinsam wieder rausgekommen. DANKE! Ihr seid mir ans Herz gewachsen. Toll das es euch gibt.

Sibey:
Wenn du nicht gewesen wärst, hätte ich vermutlich den Stuhl gefressen. Danke für deine Ruhe und deine Geduld.

Jojo289:
Ich habe noch nie jemanden loggerimjogger so charmant anbrüllen hören wie du das kannst. „Wir haben noch 1:30 Min. Beweg dich ich gebe dir 1:00Min. Wir müssen noch tippen!“

Muggel 2
Sie  hat es gelesen, DAS INTERNET! (Anmerkung vom Co-Autor: vermutlich 2xmehr als Chuck Norris) Und zwar jeden einzelnen Artikel. Ich danke dir für die tolle Recherchearbeit

Mobizi:
Mit dir wäre die Enigma 3 Jahre früher entschlüsselt worden. Ich habe keine Ahnung wie du die ganzen Sachen gelöst hast. Ich ziehe den Hut!!!

BoF-GB:
Ein stiller Vulkan, ein toller Mensch. Danke für deine Nachtwache und für deine Rätsellösungen

Larsheike:
Bitte verflucht mich nicht! Ich hatte keine Ahnung was ich euch da antue, aber ich habe es gerne gemacht. Vielen Dank das ihr Teil dieses wahnsinnigen und wahnwitzigen Projektes wart.

Loggerimjogger:
Es war mir ein inneres Blumenpflücken. Ich werde dich nie wieder zu etwas zwingen…. Ich frag vorher deine Frau und mache es dann im Auftrag. Du bist ein toller Kollege und Mensch. Auf das nächste Abenteuer

Hackmack:
Sorry, aber wir kennen uns nicht und sind doch auf einer Wellenlänge. Ein richtig cooler Typ. Beim nächsten Abenteuer schleifen wir dich wieder mit. Ob du willst oder doch! :-P (deinen Ausweis kannst du nächstes mal auch ruhig wieder zu hause lassen. Das erhöht die Spannung(für dich? für alle anderen?).
Flöckchen, Jubaka, Hackmack


Jubaka:
Der Mann mit dem Überblick. Groß, und weise und trotzdem ein wenig verrückt wie wir alle

Flöckchen:
Danke, dass du  schon den nächsten EZC im Visier behältst. (Anmerkung des Co-Autors: Wer braucht ein Picking-Set? Flöckchen macht das mal eben so, inkl. Zeitreise!)

Miroc21:
Wo ist eigentlich Miroc? Die anderen sind doch schon am anderen Ende der Stadt. Ach da isser! Dieser Mann hat die Fähigkeiten sein Handy von jetzt auf gleich durch die halbe Stadt zu teleportieren. Danke für deinen Dank im Log. Beim nächsten Abenteuer frage ich dich gerne wieder.

Rinnsteinkatze
Ingo, ich hoffe du kannst wieder laufen. Ich freue mich dass du uns unterstützt hast. Auch ohne Smartphone kann man heutzutage noch cachen gehen. Du bist der lebende Beweis!

Peanuts4
Du verrückter Junge. Immer ein Lächeln auf den Lippen. Immer den Schelm im Nacken. Immer für eine gute Idee zu haben. Danke, Danke, Danke

Betacom:
Nur kurz haben wir uns kennengelernt. Dein Log verrät das du genauso drauf bist wie wir. Das freut mich. Bis bald im Wald.

C-C-L
Sie hat alles, was ein Outdoor-Sekretariat alles braucht. Sie verdichtet ein Wirrwarr aus Infos zu brauchbaren Lösungen. Sie verfügt über eine unglaubliche Powerbank und lächelt immer. Top
Poldi, die Ruhe nach dem Sturm

Muggel 1 (Poldi)
Die germanistische Wunderwaffe des Teams. Dank seiner Philosophischen Kenntnisse und seiner unnachahmlichen Fitness konnte er einen entscheidenden Beitrag zu Sicherung der Deiche leisten.

Paul:
Paul, ja der Paul. Morgens lächelte er noch. Abends sah er ziemlich kaputt aus. Hatte das etwa mit mir zu tun?

Die letzten Worte gelten den Ownern dieses Caches. Es war ein  gigantisches Erlebnis. Das größte Cacheerlebnis meiner bisherigen Laufbahn. Ich habe an diesem Tag gelacht, geweint, gezittert, gebangt, gehofft, geflucht, geseufzt, gehungert, gelitten und am Ende gesiegt. Ein geiles Gefühl! DANKE

Euer lusti

Co-Autor: loggerimjogger